Das in dritter Generation geführte Familienunternehmen Bahner und Schäfer besteht aus den Bereichen Schlosserei und Federnfertigung.

LUGAU/OELSNITZ– „Wir sind unspektakulär gewachsen“, sagt Tabea Schäfer, die gemeinsam mit ihrem Burder Matthias Bahner die Geschäfte der Lugauer Firma Bahner und Schäfer GmbH führt. In Zahlen ausgedrückt: Das Unternehmen, das die Geschwister 1993 vom verstorbenen Vater übernahmen und das damals faktisch mit ihnen gerade drei Mitarbeiter zählte, beschäftigt heute 15 Männer und Frauen, seit fünf Jahren werden regelmäßig Lehrlinge ausgebildet. In den vergangenen 15 Jahren wurden Schritt für Schritt insgesamt mehr als zwei Millionen Euro investiert.

Das vor 80 Jahren vom Großvater Emil Bahner gegründetet Unternehmen ist in zwei Bereiche gegliedert: eine Schlosserei und die Produktion technischer Federn. Tabea Schäfer und ihr Mann Matthias Schäfer sind für die Federnproduktion zuständig, ihr Bruder und dessen Frau Sabine Bahner für die Schlosserei. „In so einer kleinen Firma bündelt sich vieles“, sagt Tabea Schäfer. Während die beiden Männer für die Produktion zuständig sind, landet auf den Schreibtischen der Frauen alles, was mit Buchhaltung, Personalmanagement, Vertrieb, Einkauf und Werbung zu tun hat. 1995 wurde auf dem Standort an der Oelsnitzer Straße die erste Halle neu gebaut. 2000 konnte die Federproduktion in einen zweite neue Halle gleich nebenan verlegt werden. Vor knapp fünf Jahren wurde schließlich für den Bereich technische Federn im Oelsnitzer Gewerbepark eine weitere Halle angemietet.

Aber, so Tabea Schäfer: „Es ist schwierig, zwischen drei Hallen zu pendeln.“ Um den Arbeitsablauf effektivieren zu können, fiel schließlich die Entscheidung, eine größere Halle in Oelsnitz zu kaufen und die Produktion dort zu konzentrieren. Vergangenes Jahr wurden darum nocheinmal 500.000 Euro in den Maschienenpark investiert. Drei Wochen vor Weihnachten zog die Oelsnitzer Produktion in die neue Halle an der Kurt-Mauersberger Straße um, bis Mai soll der Lugauer Produktionsbereich folgen. Die dortige Halle wird dann als Lager genutzt.

Das Produktionsspektrum der Schlosserei reicht von Zäunen, Türen und Toren über Schließanlagen und Treppen bis hin zu Instandhaltungsarbeiten in Firmen sowie kleineren Stahlbauarbeiten. Die Federnproduktion umfasst eine große Bandbreite, die Drahtstärken liegen zwischen 0,8 und 12 Millimetern. Produziert wird bundesweit für die Möbelindustrie, Medizintechnik, den landwirtschaftlichen Fahrzeugbau und Maschienenbauunternehmen. Produziert wird im mittleren Stückzahlbereich, zwischen 1.000 und 80.000 Stück im Jahr. Aber auch ganz kleine Aufträge übernimmt das Unternehmen. „Jedes Jahr im Frühjahr stehen Privatkunden vor der Tür, die Ersatzfedern für ihre Hollywoodschaukel brauchen“, erklärt die Geschäftsführerin lachend. Auch wenn die 47–Jährige in der Firma ihren Mann steht, so ist das Leben für sie „nicht nur Arbeit und Geld verdienen“. Als Christin will sie auch wissen, wo Gott ihren Platz im Leben sieht, sagt Tabea Schäfer. Darum engagiert sich die vierfache Mutter im Vorstand des christlichen Kindergartens „Saatkorn“ in Hohndorf.

Ihr Glaube gibt ihr auch „bissel Ruhe in schwierigen Zeiten“. Denn auch die gab es. Zwar habe das kleine Unternehmen die Rezension erst verzögert gespürt, aber ganz vorbeigegangen sei sie nicht. „Wir hatten schon Kurzarbeit angemeldet“, sagt sie. Aber: „Wir haben sie nicht in Anspruch genommen und auch keine Entlassung gehabt.“

Freie Presse, 25. Januar 2011